Mittwoch, 4. März 2015

Wandertag









Die Berge um Tafraoute im Antiatlas sind von ungewöhnlicher Form und Schönheit. Riesige rötliche Granitmonolithen werden oft von Wackelsteinen gekrönt. Die Hänge über der mit 1000 Meter über Meereshöhe recht hoch gelegenen Palmenoase sind meist sehr zerklüftet – besonders dekorativ erscheinen die sogenannten „Wollsacksteine“. Diese Granitbrocken sind mehr als 500 Millionen Jahre alt. Sie entstanden durch die Hitze des Zusammenstoßes der Urkontinente Gondwana und Laurussia  – dabei formte sich die afrikanische Platte.


Auf dem Campingplatz Tazka – auf dem ich einige Wochen mein Zuhause hatte – ging es wesentlich friedlicher zu. In „meiner Ecke“ wohnten Schweizer, Holländer und wir Bayern. Die große Mehrheit der Camper bildeten – wie das in Marokko so üblich ist – die Franzosen. Unter normalen Leuten ist der europäische Frieden leicht zu erreichen. Freundliches Grüßen und Lächeln wirkt Wunder – so war es auch bei uns.

Ich hatte nun das Vergnügen, von einem wanderfreudigen Paar – Brigitte und Gil – auf eine Wanderung auf einen Bergzug nahe des Campingplatzes mitgenommen zu werden. Mit von der Partie waren einige sehr rüstige französische Camper und meine ins Französische verheiratete deutsche Nachbarin Hannelore.





Auf meine vorsichtige Nachfrage, wie schwierig denn diese Tour würde, sagte Gil lachend: „da kann ein kleiner Hund mitgehen“. Im Nachhinein bewundere ich diesen kleinen Hund sehr. Flotten Schrittes marschieren wir auf den Berg zu. Dann ging‘s hinauf über steinübersäte Hänge, Felsplatten, durch Engstellen und oft nahe am Abgrund. Ich bin ja keine Bergsteigerin – ich musste mich schon ganz schön überwinden. Aber dies wurde mir auch durch die ungemein freundliche Art der „Anführer“ aber auch der anderen Mitwanderer leichter gemacht. 

Dass man meinetwegen einige Mal anhielt, damit ich wieder zu Atem kommen konnte (mein Asthma machte sich doch bemerkbar) hat aber auch einigen anderen Teilnehmern gut getan. Jetzt weiß ich wenigstens, dass das Wort „Soufflé“ nicht nur in der gehobenen Küche vorkommt – Atemholen war häufig die Devise.
so hält man die Welt im Gleichgewicht!

Ziel der Wanderung war eine     Felsplatte, die wie ein Sprungbrett 400 m über dem Tal ins Freie ragte.












Die letzten Meter zu dieser „Passerelle“ bin ich dann doch nicht mehr mitgegangen. Meine müden Beine und auch mein Hasenherz haben das nicht mehr zugelassen. Ich habe mir aber von oben die herrliche Aussicht übers Tal von Tafraoute gegönnt und fleißig fotografiert.




Der Rückweg war weniger anstrengend als ich befürchtet hatte. Bei schwierigen Passagen streckte sich mir immer schnell eine helfende Hand entgegen. Der Abstieg war so ohne große Probleme zu bewältigen. Auf meine ungewohnte bergsteigerische Leistung war ich eigentlich recht stolz.


Im Städtchen lud uns Gil noch zu einem frischgepreßten O-Saft ein – für den letzen Kilometer zum Campingplatz waren damit die Batterien wieder gefüllt.






Den Wanderführern Brigitte und Gil,  die auch sonst sehr liebenswürdig waren, habe ich natürlich meinen warmen Dank für diese Führung ausgedrückt – jetzt reicht’s aber wieder ein Weile mit der Kletterei!



Übrigens. einige Bilder wurden mir von den Mitwanderern überlassen. Auch die Genehmigung ihr Konterfei ins Netz zu stellen, haben sie mir gerne gegeben!