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Sonntag, 18. März 2018

Frühling im Antiatlas - eine kleine Reise auf altbekannten Pfaden

Das Jahr geht schnell voran - der Winter ist vorbei und die Frühling hat oft schon sommerliche Tage.
Meine Zeit in Sidi Ifni neigt sich dem Ende zu - nicht mehr in Monaten sondern nur noch in Wochen zähle ich jetzt bis zur Abreise. In diesem Winter habe ich noch tiefere Wurzeln geschlagen und mag so gar nicht weg von hier ..
Trotzdem habe ich mit meinem Mann eine kleine Reise gemacht, noch einmal die Runde über Amtoudi, Ait Herbil und Tafraoute gemacht und dies sehr genossen.


Im November war alles grau und trocken - jetzt grünen die Felder, die Mandelbäume blühen und aus jeder Ritze sprießen Blumen. Nach regenreichen Wochen empfing uns der Antiatlas mit seinem so typischen stahlblauen Himmel unter dem die uralten rotbrauen Berge umso intensiver leuchten.

Diese Reise war für mich eine neue Erfahrung, die ich so nach all den langen Jahren hier nicht erwartet hatte. Ich war ja immer im gemütlichen Kokon Wohnmobil unterwegs gewesen. Essen, Schlafen, Relaxen sind da ganz leicht zu haben, um den kleinen Preis, dass man alles selber machen muß.

Tigmi Bulbul
Diesmal haben wir je 2 Nächte in Amtoudi und Tafraoute in angenehmen kleinen Gästehäusern verbracht. Sie werden jeweils von französischen Gastgebern geführt, die auch für gutes Essen sorgten.

El Malara


Leider ist um diese Jahreszeit das Zimmerkontingent schnell ausgeschöpft und so wurden wir nach vier Tagen in die raue Realität der marokkanischen Hotellerie und Gastronomie geworfen.
Wir sind nicht verhungert und ein Bett zum Schlafen gabs natürlich aus. Aber ..... Ich will niemanden mit meinen Klagen langweilen .....

Es gibt natürlich in Marokko eine große Zahl guter Hotels und Restaurants - aber leider nicht da wo wir sie gerade gebraucht hätten. Das ist eben der Vorteil eines Wohnmobils, dass man überall den Komfort dabei hat, den man haben möchte.

Ich muß also in Zukunft unsere kleinen Ausflüge noch sorgfältiger planen, damit uns nicht die Freude daran vergeht.

Schluß mit Klagen, ich habe wunderbare Tage gehabt - unser Spaziergang durch die Schlucht von Amtoudi war wie immer ein Höhepunkt der Reise










Die Fahrt durch die Schlucht von Smougene war hinreißend - wenn mir auch auf der Serpentinenstraße angesichts der Tiefe der Schlucht schon ein wenig schwindelte:





































Die Berge rund um Tafraoute mit ihren endlosen Terrassenmauern gehören zu den schönsten Landschaften die ich je gesehen habe:



























und auf dem Markt von Tafraoute habe ich wieder einmal die Freundlichkeit der Berber genossen:

das Bild hat der Herr neben mit gemacht!



















Jetzt bin ich wieder in Sidi Ifni, genieße die Bequemlichkeit meines Hauses und die relaxte Atmosphäre der Stadt. Jetzt steht Besuch ins Haus und ich freue mich auf jeden Tag.

Übrigens, so sieht es zur Zeit bei uns aus - Wasser wirkt Wunder!

Donnerstag, 20. Februar 2014

Unter Palmen


 Den ganzen Januar war das Rauschen und Donnern der Brandung des Atlantiks das Hintergrundgeräusch meiner Tage und Nächte. 80 bis 100 % Luftfeuchtigkeit und fast immer ein feuchter Dunstschleier ließ die Küste verschleiert erscheinen.
Und jetzt dies: am Rand der dunkelbraunen Berge des Antiatlas beginnt die Ebene des Draa-Tals. Steinwüste, vereinzelte Akazienbäume und eine lange schmale Straße – der Weg nach Icht führte mich in die Randbereiche der Sahara.
Icht ist ein richtiges Kaff – aber genau das was ich suche.  Vor der Kulisse der Berge gibt es 2 Moscheen, einen Palmenhain, Häuser für ca. 500 Bewohner und 2 Campingplätze. Wir haben uns den kleineren, intimeren ausgesucht.
 
 
Er ist für maximal 15 Wohnmobile ausgelegt, bietet Wasser, Strom und Palmen. Zum Inventar gehören 1 alter Hund, 1 junge Katze, 1 Hahn und 3 Hühner.
 
 Zum Einkaufen fährt man am besten in den nächsten Ort – Foum el Hism.  Das ist eine Mischung aus Militärstützpunkt und Oasendorf. Es gibt aber Cola light, pralle Tomaten, frisches Baguette und überdies ein großes Lyceum für die jungen Bani-Leute. Das ist der Berberstamm, der hier im Süden lebt. Übrigens radeln auch hier viele Mädels zur Schule!
Nach zwei wunderbaren Sommertagen brach ein Sandsturm über uns herein, der 3 Tage lang unser Wohnmobil schüttelte, so daß ich im Bett fast seekrank wurde.
Es hörte sich wie Regen an, wenn der Sand aufs Dach prasselte. Aber ich war trotzdem nicht unglücklich – in meinem früheren Leben war ich wahrscheinlich eine Palme.
 
Als ich wieder ruhig war setzen wir uns auf unseren Roller und fuhren in ein wunderbares Tal, an dessen Beginn die Oase Ait Herbil liegt – und wie so oft wars herrlich. Bei einem Stopp in einem Straßencafe machten uns Gäste sofort einen Tisch frei, die Musik war gut und der Kaffee ausgezeichnet.
Nach ungefähr 15 km hörte die Teerstraße auf und ging in ein Geröllfeld über – das mag mein Rücken nicht, aber eine Weile in der Stille und Weite der Landschaft zu sitzen war wunderbar.
 
 
Auf dem Rückweg sahen wir wie von den Bergen auf allen Wegen die jungen Leute auf dem Weg zur Schule waren.  Wieder waren es besonders die Mädels, die mit vor Vergnügen blitzenden Augen grüßten.
Morgen fahre ich Richtung Agadir – weil ich nächste Woche für ein paar Tage nach Deutschland fliege. Ich kann es mir noch gar nicht vorstellen!