Samstag, 17. November 2018

Neues aus Ifni




Ich bin wieder da!

Sowohl in Sidi Ifni (Marokko) als auch mit meinem Blog - der eine oder andere möchte vielleicht gerne wissen, was sich hier (S.I./Mar.) so tut.
Zum einen hat man den Eindruck: eigentlich nichts - die gleichen Leute im Café, die gleichen Schlaglöcher, der gleiche endlose Strand für meine Spaziergänge!
Aber bei genauerer Nachschau findet sich so einiges an Neuem.


Der Brückenbau über das Tal kommt doch so langsam voran. Vielleicht schaffen sie es bis zum Frühjahr - und hoffentlich vor dem nächsten Hochwasser.










Vor dem Krankenhaus soll - was in anderen Städten seit Jahren Mode ist - ein Springbrunnen gebaut werden. Bis auf den Bauzaun und das schöne Bild habe ich noch keine Aktivitäten gesehen.








Eine Sache gefällt mir aber besonders gut. Wie schon z.B. im Norden in Asilah oder im Süden in TanTan werden freie Wände zu Bildergalerien.










Zu großen Feiertagen wird gemeinsam gemalt und gepinselt - und zwar nicht von herbeigeschafften  Künstlern sondern von einheimischen Talenten.






























Das Bild mit dem Halsband hat z.B. der Wirt meines Lieblingslokals gemalt - er will damit die Verbindung von Nord und Süd, von Arabern und Berbern symbolisieren.



Die Themen und Talente sind sehr unterschiedlich, aber das Ergebnis ist ein Bilderbuch der Themen, die hier so im Raum stehen.


Die Kaktusernte ist eine Darstellung einer neuen wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region - Kakteen wurden hier zu diesem Zweck im letzten Jahrzehnt in riesigem Umfang neu gepflanzt.


Ja - und morgen fahre ich nach Agadir zum Flughafen. Ich war jetzt mehr als zwei Wochen alle hier - das war für eine kleine Weile ganz schön. Aber dass morgen mein Mann kommt ist schon sehr schön!

Dienstag, 29. Mai 2018

Gartenfreuden in Marrakech

Marrakech ist sicher die bekannteste und meistbesuchte Stadt Marokko. Ich bin eigentlich kein Freund so großer Städte und Menschenansammlungen; den Attraktionen Marrakechs aber kann ich nicht widerstehen. 

Auf unserer Rückreise von Sidi Ifni nach Deutschland haben wir darum zwei Tage dort Station gemacht. 


Unser erstes Ziel war - weil wir so viele Empfehlungen bekommen haben - der neu angelegte Garten Andre Hellers: Anima!


Er liegt eine halbe Stunde Fahrt südlich von Marrakech in der trockenen Ebene vor den schneebedeckten Atlasbergen. Heller hat hier in wenigen Jahren auf 3 Hektar Land eine grüne Welt geschaffen, die so ganz "Heller" ist. Ich hatte den Eindruck, dass er sich mit seinen Lieblingsstücken nach Afrika gerettet hat. 



Natürlich ist vieles in diesem Garten marokkanisch - die Pflanzen, auch ein Teil der Dekoration und natürlich die Gärtner. Er hat europäische Kunst verschiedener Epochen (von Rodin bis Keith Harring) in seinem Garten verteilt und neben einer Art Kopie des Pavillons im Jardin Majorelle auch eine eher englischen Laubengang installiert.





Kurz gesagt - der Eintritt (12 Euro) lohnt sich, wenn man ein paar Stunden im Grünen sitzen und dabei auch amüsante Wanderungen durchs Hellersche Panoptikum machen will


















Diese wirklich reizende Dame hat sich ganz in den Hellerschen Farben gekleidet und war auch noch so freundlich sich für mich in Pose zu werfen!











   Der Kuchen im Café ist ausgezeichnet und man trifft viele Österreicher!




Am nächsten Tag besuchten wir das ebenfalls völlig neue Museum YSL; in dem die Kreationen Yves Saint Laurents ganz


fantastisch präsentiert werden. (Link zum Museum)











Leider kann man diese Pracht nicht fotografieren. Nur bei den temporären Ausstellungen ist dies möglich - hier zeigte der marokkanische Designer Nouredine Amir seine ganz außergewöhnlichen Kleider.










Danach gingen wir gleich nebenan in den Jardin Majorelle. Zum Glück hatten wir ein Sammelticket für Museum und Garten gekauft, so dass wir uns nicht in die fürchterlich lange Warteschlange einreihen mussten. Ich habe Marrakech noch nie so voll erlebt wie in diesem April - und genauso voll war es auch im Garten. In dem reizenden kleinen Restaurantgarten bekamen wir trotzdem Platz und ein feines Mittagessen.




Die meisten Besucher kommen mittlerweile wohl nur noch um Selfies zu machen.  Gerade die chinesischen Besucherinnen hatten sich vorsorglich in den entsprechenden Farben gekleidet!





Da ich den Garten gut kenne, konnte ich zwischen all den Menschen noch erahnen wie schön er ist. Ein durchgängiges Farbkonzept und eine klare gärtnerische Orientierung an den Möglichkeiten eines heißen und trockenen Klimas ergeben ein stimmiges Gesamtbild. 



Meinen nächsten Besuch werde ich aber sicher außerhalb der Saison machen - wann immer das auch ist!
Die rote Stadt - wie Marrakech genannt wird - hat in den letzten Jahren einen großen Modernisierungsschub erfahren.





Straßen wurden zu Alleen und neue luxuriöse Hotels, Einkaufspaläste und schöne öffentliche Gebäude prägen das Bild der Neustadt. Es gibt sogar Busspuren für Elektrobusse und Leihfahrräder! Diese Mischung aus Alt und Neu, historisch und futuristisch macht die Stadt sicher immer reizvoller für ihre Besucher aus der ganzen Welt.













Freitag, 11. Mai 2018

Über den Hohen Atlas

Das ist nur einer der beiden Skulpturen
Deadline ... es gab keinen Aufschub mehr. Unsere Saison in Sidi Ifni war nun einmal zu Ende.
Wir verschlossen also das Haus und fuhr los Richtung Norden.
Am Ortsende grüßen nochmals die Pferde von Ifni, die auf das jährliche Fest im Sommer hinweisen, bei dem eine Fantasia geritten wird.





In der Souss-Ebene trafen wir eine Kamelherde, die sich an den Arganbäumen gütlich taten. Wie diese Tiere das trotz der scharfen Stacheln dieser Pflanzen schaffen ist schon erstaunlich.













Wir hatten uns aus einer sentimentalen Laune heraus das Hotel Palais Salam in Taroudannt für unsere letzte Nacht vor der Überquerung des Hohen Atlas ausgesucht.Die Stadt war ziemlich busy weil gerade ein Festival des historischen Films stattfand. Aber ... es war auch nach Sonnenuntergang fast 40 Grad heiß und unser altes romantisches Hotel war eine einzige Enttäuschung. Ziemlich abgewrackt und bis auf den Kofferboy eine einzige Servicewüste - vom Essen will ich gar nicht reden.










Am nächsten Morgen freuten wir uns umso mehr auf den Tizi-N'Test. Diesen Pass konnten wir wegen der teilweise abenteuerlichen Straßengestaltung bisher mit dem großen Wohnmobil nicht bewältigen. Die Straße wurde erst in den 60er Jahren asphaltiert und führt ohne Leitplanken an tiefen Abgründen entlang. Da wir diesmal mit einem PKW unterwegs waren wollte ich unbedingt auf dieser Traumstraße nach Marrakech fahren.



Am südlichen Ende wird die R 203 fleißig ausgebaut, aber ab 1700 m Höhe war die Straße im alten Zustand: schmal, kurvig, atemberaubend!












 

Auf der Passhöhe erreicht die Straße eine Höhe von 2093 Metern! Nach Norden wird es sehr viel grüner und freundlicher.







 

100 km vor Marrakech liegt die alte Moschee Tinmal.  (Info zum Mahdi). Sie wurde Mitte des 12.Jhd. von der Dynastie der Almohaden gebaut und gilt als architektonisches Vorbild der großen Moscheen von Marrekech, Rabat und Sevilla (Giralda).

 
 

Sie war lange Zeit nur eine Ruine, wurde dann aber unter Mithilfe deutscher Architekten sehr behutsam restauriert - z.B. wurde kein Dach aufgesetzt. Ab 1991 war sie dann wieder zur Besichtigung zugänglich. Übrigens wurden wir von einem jungen Mann geführt, der ausgezeichnet Englisch sprach.












 Am nördlichen Fuß des Passes sahen wir hinter uns nochmal die Schneeberge. 




Wir waren nach der langen Reise durch 1000 Kurven und gestresst von der noch immer sehr hohen Temperatur sehr froh als wir in Marrakech anlangten.











Aus unserer Camperzeit kannten wir diese schöne grüne Anlage (Ourika-Camp) mit seinem erfrischend kalten Pool, in den ich mich dann am Abend noch stürzte. Denn für den nächsten Tag hatten wir wieder Pläne ....






Montag, 16. April 2018

Aufbruch

Kaum denkt man: "Ach ich hab ja noch so lange Zeit" - schon ist der Winter vorbei, der Frühling weit vorangekommen und das Datum auf dem Fähren-Ticket nach Europa rückt unausweichlich näher.













Ich spaziere also mit meinem Leih-Hund nochmal durch den Park vor meinem Haus, freue mich wie schön jetzt alles blüht und .... fange an, meinen Koffer zu packen.















Denn übermorgen schließen wir unser Haus ab, das wohlbehütet durch viele Augen den Sommer ohne uns überstehen muß.





Wir fahren aber erst nochmal nach Taroudant, Marrakech und Larache - bevor in einer Woche unsere Fähre von Tanger nach Genua ablegt.

Und davon werde ich später noch berichten .....

Montag, 9. April 2018

Das Meer und der Müll

Kein schönes Thema! Aber es beschäftigt mich schon seit Jahren. Heute habe ich im TV einen Film über die Gründungsgeschichte von Greenpeace gesehen. Die Bilder von den Walen waren schrecklich - sterbend in einem Blut von Meer. Jeder mußte davon erschüttert werden.
Die Bilder, die ich hier zeige sind viel unspektakulärer. Aber wahrscheinlich zeigen sie eine genauso grausame Wahrheit.


 

Schon vor mehr als 10 Jahren war ich mit dem Wohnmobil im tiefen Süden von Marokko am Atlantik. Diese schöne wilde Küste hat mich noch oft angezogen.



Aber immer mehr war ich traurig und wütend über die enormen Mengen von Müll, die entlang der Küste in allen Buchten zu finden waren - auch in Gegenden in denen keine Menschen wohnten: Plastikflaschen, Netze, Styropor-Bruchstücke etc.





Auch der Strand von Sidi Ifni wird von dieser Pest nicht verschont.


















Gerade sind nach einer stürmischen Nacht Hunderte gleichartiger Plastiktüten angeschwemmt worden. Da ist wohl eine Palette über Bord gegangen.











Natürlich kommt ein guter Teil des Mülls von den Bewohnern der Stadt, deren Müllproblem keineswegs gelöst ist.















Aber auch 30 km weiter südlich am Strand von Assaka, wo es keine dauerhaften Bewohner gibt, findet man das gleiche Desaster.











Wenn man am wunderschönen Strand Aftas vor Mirleft die Linien anschaut, die von den Wellen im Sand zurückgelassen werden, findet man zwischen natürlichem Material immer Plastik - den stillen Killer im Meer.













Und diese Linie sieht man eigentlich überall, man muß sich bücken um es zu sehen - es wird Zeit genauer hinzusehen.