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Freitag, 24. April 2015

Von Tanger nach Genua


Ich bin ganz schön hinten dran mit meinem Marokko-Reisebericht. Schon an Ostern bin ich nach Bayern zurückgekommen - aber die Erkrankung meiner Mutter hat all meine Zeitpläne geschreddert. Jetzt ist sie in einem guten Pflegeheim ganz in meiner Nähe untergebracht und ich kann wieder Luft holen.
Nun zurück nach Tanger: nach den leider so verregneten Tagen in Fes - nur erfreulich, weil uns ganz liebe Freunde aus Bayern besucht haben - genossen wir in Tanger nochmals das strahlende Licht des Südens.

Für uns war es ganz einfach auf ein Schiff nach Europa zu steigen - ein deutscher Pass und gute Euros machen es möglich. Ich habe in den Straßen von Fes und Tanger immer wieder Menschen gesehen, die gerne mit uns getauscht hätten.



Nun denn, im letzten Licht des Tages fuhren wir an Bord einer großen Fähre und schlummerten schon in unserer "Suite", als das Schiff Tanger-Med verließ. Der erste Tag an Bord glich einer Kreuzfahrt - Sonne, ein Plausch mit Freunden, Pasta und Vino ...


Morgens dann fuhren wir noch vor Sonnenaufgang in den Hafen von Barcelona - Kräne, Kreuzfahrtschiffe und tief hängende Wolken - der Tag fing nicht gut an.


Als wir nach einigen Stunden aus dem Hafen hinausfuhren waren erste Schaumkronen zu sehen. 


Die Durchquerung des Golfs von Lyon - einem der windreichsten Gewässer der Welt - war dann ein Ritt auf stürmischen Wellen. Bis hinauf zum 7. Deck schlug die Gischt an die Bullaugen. Nur in der Waagerechten war das zu ertragen - das Abendessen war gecancelt! Erst nach Mitternacht beruhigte sich das Meer.
Als wir am frühen Morgen in Genua einliefen, begrüßte uns ein herrliches Morgenrot.
Die Einreise war wieder schnell und problemlos - dem richtigen Pass sei Dank!


Genua ist leider im Hafenbereich eine Bau- und Betonwüste - ich wäre am liebsten gleich wieder umgedreht und in die echte Wüste zurückgefahren.


Nach einem sonnigen Mittagsstop in Höhe des Gardasees verfinsterte sich der Himmel zusehends. Am Brenner empfingen uns dann Frau Holle und ihre eisigen Windstöchter. 

Home again!!!





Montag, 2. Juni 2014

long way home ...

die Hitze des Sommers hatte uns in Fes erreicht ... 38 Grad im Schatten, das war doch sehr anstrengend. Wir sind an die Küste westlich von Tanger gefahren, da ist es fast immer gut 10 Grad kühler. An den Wochenenden ist auch hier der Strand schon sehr belebt, die Stadt wird immer moderner. 



Tanger will sich vor dem zukünftigen Kreuzfahrtterminal proper darstellen - aber in den Gassen über dem Hafen begegnet man - neben Bauersfrauen, Gemüsehändlern, Businesspeoples und Touristen auch Entwurzelten, Kiffern und Gaunern und all den Europasüchtigen, die unbeding auf ein Boot in den Norden kommen wollen.
Wir sind spätabends - nach umständlichen Grenzprozeduren - im neuen Hafen TangerMed auf die italienische Fähre gegangen.
Im Laufe der Nacht fuhren wir durch kabbeliges Wasser an der Küste Andalusiens entlang. Einen ganzen Tag und eine Nacht brauchte unser Schiff dann bis Barcelona - Container-Schiffe und Kreuzfahrschiffe prägten das Bild des Hafens.



Noch eine Nacht auf dem Wasser - morgens liefen wir dann in Genua ein - auch hier ist die schöne Altstadt vom Hafenbecken aus kaum zu ahnen,


Glaspaläste, viele Brückenbauten und verschlungene Zufahrten zur Autobahn sind eine ziemlich drastische Einstimmung auf das alte Europa.


Die Fahrt quer durch die Poebene ist ziemlich fad, schön wird die Strecke erst wieder am Fuß der Alpen. Die Alpenüberquerung ist - auch wenn die Brennerautobahn einen herben Kontrast zur Landschaft darstellt - von wirklich überwältigender Schönheit - man muss halt immer wieder neu hinschauen. 


Gerade im Kontrast zu den kargen Gebirgen Südmarokkos leuchten jetzt im Frühjahr die von schneebedeckten Gipfeln  gekrönten  grünen Hänge Tirols wie ein Versprechen auf das Paradies - so zumindest scheinen es die Muslime Marokkos zu sehen, denn man findet sehr oft Bilder dieser Landschaft in Lokalen und Wohnungen.


Kaum waren wir auf deutschen Autobahnen unterwegs wurde es stressig und ein wütend gezeigter Stinkefinger eines Automobilisten machte uns klar, dass es mit dem entspannten Fahren eine Weile vorbei war.
Aber das Wetter war uns wohlgesonnen, die marokkanische Hitzewelle hatte uns einen kleinen Ausläufer hinterhergeschickt. Und der Empfang durch so einige liebe Menschen machte es uns doch leichter, uns wieder in unserer bayrischen Heimat zurecht zu finden.


Jetzt wird das Wohnmobil erst einmal einige Wochen Pause haben, aber Pläne haben wir natürlich schon ....