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Dienstag, 14. Januar 2020

Wellen

Nördlich von Sidi Ifni liegt der mittlerweile berühmte und gerne besuchte Strand von Legzira - der Name bedeutet einfach: der Felsen. Dieser Felsen ist über die Jahre von der Gewalt des Meeres kräftig gestutzt worden, man sieht bei Flut nur noch ein "Felslein". Ich bin dort wieder einmal spazieren gegangen - es war ein Sonntag und obendrein noch Ferienzeit, also waren mehr Touristen am Strand als sonst im Winter. Auch diese lustigen Kamelritte kann man beobachten.


Weil ich gerade im Blog von Salamandra gelesen habe, dass bei Cascais in Portugal Fischer von einem vermeintlich sicheren Platz ins Meer gespült wurden, möchte ich von einer kleinen Begebenheit erzählen. Während ich am Strand entlang ging sah ich eine junge Familie - sehr weißhäutig, sehr blond, sehr fröhlich. Die beiden kleinen Kinder - vielleicht 3 oder 4 Jahre alt - liefen unter den liebevollen Blicken der Eltern weit in die zurückweichende Brandung hinein, immer dem weißen Schaum nach. Zwischen Eltern und Kinder lagen mindestens 20 Meter. Mir wurde ganz kalt ums Herz. Ich ging schnell zur Mutter und forderte sie auf, die Kinder gleich zurückzurufen. Ich erklärte ihr auch, warum sie dies tun sollte. Sie rief dann - lieb wie Mütter dies heute tun: "komm bitte!" So nach dem dritten oder vierten "Bitte, komm her" kamen die süßen kleinen Blondschöpfe auch angetappst. Ja - und wie nicht bestellt und doch gekommen: die nächste Welle war deutlich schneller, deutlich höher, deutlich stärker als die Wellen davor. Einige erwachsene Spaziergänger standen plötzlich da wo vorher die Kinder waren,  höher als bis zur Hüfte in den schäumenden Wellen. Die Kleinen hätten gegen die Strömung keine Chance gehabt.
Da geht man mit klopfendem Herzen weiter und denkt: Gut gegangen!


Der Atlantik ist selbst an ruhigen Tagen potentiell gefährlich. Mehrmals am Tag kommen deutlich höhere Wellen - da braucht es gar nicht die berühmten Monsterwellen, die auf dem Atlantik immer wieder auftreten.
Ich bin bei einem Strandspaziergang einmal von einer hohen Welle überrascht worden. Obwohl ich lief wie ein Hase vor dem Jäger erwischte mich die Welle und kippte mir ein Pfund Sand in die Socken.
Mein Fazit: Ich liebe meine Strandspaziergänge, vergesse aber nie dass die Natur Überraschungen parat hat.

Freitag, 7. April 2017

The arch has fallen

Am Strand von Legzira spazieren zu gehen war immer ein besonderer Höhepunkt meiner Marokko-Reisen. Nicht nur der flache lange Sandstrand vor der steilen Abbruchkante, die kleinen Restaurants und das alte Hippie-Feeling machten den Reiz aus - und diese Mixtur macht den Strand gut 3 Stunden Fahrt südlich von Agadir am Atlantik natürlich immer noch sehr anziehend.






Das ganz besondere waren die beiden Felsentore. Ich habe mich immer ein wenig gegruselt, wenn ich unter den dunklen Bögen durchging - aber man denkt: in Jahrtausenden ist nichts passiert ...   Im Februar 2016 bin ich zuletzt unter dem Pferdefuß durchgegangen,



Im März fiel ein großer Brocken herunter und im September begann es Steine zu regnen. Ende September dann kam der große Knall - der Bogen brach ein. Gleich nach dem Knall hat ein Augenzeuge dieses Video gemacht:




Gestern war ich wieder an diesem Strand. Unter dem noch intakten großen Bogen bin ich mit recht gemischten Gefühlen durchgegangen. Der anschließende Strandabschnitt ist noch immer wunderschön.






Am Ende steht man aber vor diesem Geröllberg.











Von all der Anmut ist nichts geblieben. Nur auf einer Hauswand in Sidi Ifni zeigt sich der Bogen noch in all seiner Pracht. 








Mittwoch, 5. Februar 2014

Fly Baby fly



Ich mache gerne kleine Ausflüge. Im Umfeld von Sidi Ifni gibt es einige lohnende Ziele und dieses Mal haben wir einen meiner Lieblingsplätze besucht. Gut 10 km nördlich von Sidi Ifni habe ich in früheren Jahren mit dem Wohnmobil auf einem Plateau über der Atlantikküste gestanden. Das geht leider nicht mehr – es wurde eine ziemlich unattraktive Feriensiedlung angelegt. Noch ist sie unvollendet. Aber ......
 
 
unten am Strand ist es immer noch sehr hübsch – es gibt einige Lokale und einfache Hotels mit Blick auf einen breiten Sandstrand und von dort kann man bei Ebbe einen Spaziergang zu drei gewaltigen Felsentoren machen.
 
 

Natürlich muss man gut auf die Gezeiten achten, denn der Rückweg wäre schnell abgeschnitten.
 

Eine neue Attraktion in Legzira sind die Paraglider, die von der hinter dem Küstenplateau liegenden Hügelkette wie bunte Schmetterlinge auf den Strand herunter schweben.
 
Wie ich hörte betreibt ein polnischer Paraglider diese Flugschule – mit fortgeschrittenen Schülern kommt er auch nach Sidi Ifni – da schweben sie dann über den Campingplatz zum Strand herunter.

                                      leicht scheint dieser Sport nicht zu sein!
 
Wenn man gerade beim Nachmittags-Kaffee sitzt, gleitet manchmal ein großer Schatten schnell über den Platz – zum Glück ist es (fast immer) keine Riesenfledermaus sondern ein harmloser Sportler! Ich aber bleibe lieber auf dem Boden -