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Sonntag, 11. Mai 2014

Asilah ….. eine portugiesisch/spanisch/marokkanische Melange ..



In früheren Jahren sind wir immer mal wieder im Januar in Asilah für einen kurzen Zwischenstopp auf unserer schnellen „Flucht“ in den Süden eingekehrt. Die Stadt liegt eine kurze Fahrt von Tanger aus in den Süden am Atlantik. Die Autobahn führt mittlerweile daran vorbei und im Januar war‘s trotz mancher architektonischer Reize einfach oft ein wenig fad.
 
In diesem Mai hat uns die Hitze aus Fes vertrieben – wir wollten ins kühlere Tanger und dabei noch schnell mal in Asilah vorbeischauen. Wir sind dann zwei Nächte dageblieben und ungern weggefahren.
Die Stadt ist um diese Zeit so reizvoll, lebendig und farbenfroh – das Fotografenherz schlug höher!
 
Die Medina (UNESCO-Weltkulturerbe seit 2004) ist aus portugiesischer Zeit(15.Jhd.),

...der kleine Hafen ist mit einigen bunten Booten gefüllt und der von Spanien herüber schwappende Bauboom hat nicht allzu sehr gewütet. Die Spanier haben hier jahrhundertelang  geherrscht und trotz der Unabhängigkeit Marokkos wird hier allgemein spanisch gesprochen und oft – sehr lecker – spanisch gekocht!  
San Bartolome ist eine franziskanische Kirche, die samstags zur Sonntagsmesse läutet!
 
U.a. mit andalusischer Unterstützung wurden schöne Flanierplätze angelegt. Eine große Bibliothek ist eine saudische Stiftung. Die Renovierung der Häuser in der Medina geht aber fast ausschließlich auf das Konto reicher Spanier.


In der weißgekalkten Medina findet regelmäßig ein Literatur- und Malerei-Festival statt. Die Wände der Häuser sind daher mit immer wieder neuen „Murales“ geschmückt.

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dass Asilah lange ein Seeräubernest war macht sich eigentlich nicht mehr bemerkbar – nur die Jungs, die den Wohnmobilstellplatz organisieren, scheinen diese Tradition noch hochzuhalten (Scherz!!!!).






 

Mittwoch, 20. November 2013

Die große Freiheit




Im letzten Winter  - so hat man mir erzählt - ist es auf einem der Campingplätze an der marokkanischen  Atlantikküste zu einer heftigen  Auseinandersetzung zwischen französischen Campern gekommen. Eine Dame war so erregt,  dass sie einem ihr bis dahin unbekannten Mann eine Ohrfeige verpasste.
Warum?
Der Anlass war eine Diskussion um einen Parkplatz für das Wohnmobil der Dame - der Campingplatz war völlig überfüllt, da liegen die Nerven schon mal blank.


Wäre dies die normale Situation würde ich wohl schon lange darauf verzichten, mit dem Wohnmobil nach Marokko zu reisen. In der Hochsaison - also von Januar bis März - meidet man besser die hot spots des Wohnmobiltourismus, das ist die Küste im Großraum Agadir und noch gut 100 km weiter in den Süden.


Weiter im Süden, besonders an der Küste südlich der Stadt Guelmim - dem Tor zur Sahara -http://de.wikipedia.org/wiki/Guelmim) findet man 'die große Freiheit'. Das heißt genug Platz für die persönliche Entfaltung, einen weiten Horizont und friedliche Nachbarn. 


Dann kann man vor seinem Wohnmobil sitzend auf die Wellen des Atlantik schauen, den Möwenflug studieren und die Regenwolken vor der Küste in ihrem Zug verfolgen. Wenn man dabei noch einen feinen Espresso trinken kann, ist für mich der Tag geglückt.

Dienstag, 19. November 2013

Warum Reisen?

In wenigen Wochen werde ich wieder mit dem Wohnmobil Richtung Marokko
aufbrechen. Wieder soll es eine lange Reise werden - gut bekannte Orte werde
ich wieder sehen - wie immer werde ich neue Orte, neue Menschen, neue
Situationen kennen lernen.
Je näher die Abreise kommt, desto stärker spüre ich den Konflikt
in mir: zwischen der großen Vorfreude und dem leisen bangen Gefühl mit dem
Abschied ein wichtiges Stück meines Lebens zurückzulassen - manches wird
ganz anders sein wenn ich zurückkomme. Meine hochbetagte Mutter, die
Freunde, meine bequeme Wohnung, die geliebten Katzen - sie für Monate
zurückzulassen ist nicht leicht. Aber da lockt ein anderes Leben. Mit dem
Wohnmobil hinunter in den Süden bis in die Sahara zu fahren, sich dem Un-
wägbaren, dem Unerwarteten auszusetzen, ist eine gute Technik sich wieder
"frischzumachen". Man könnte es mit Hermann Hesse sagen: "Nur wer bereit
zu Aufbruch ist und Reise mag lähmender Gewöhnung sich entraffen"





Wenn ich dann mit meinem E-bike durch eine Palmenoase zum Markt fahre
oder wenn sich unser Motorroller die steilen Kurven zu einem Bergdorf im
Antiatlas hinaufkämpft - dann spüre ich wie schön es ist "on the road" zu sein.

...und zum Glück gibt es Mobiltelefone und das Internet!