Posts mit dem Label Fähre werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fähre werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. Dezember 2016

Neue Erfahrungen

Die Fahrt von München zum Hafen von Genua war eine Reise von der bayrischen Kälte in die milde Atmosphäre der alten Hafenstadt am Mittelmeer. Überdies bietet dieser Hafen schon einen Vorgeschmack auf Marokko, weil fast alle Reisendes marokkanische Gastarbeiter in Italien sind.


Die Überfahrt von Genua nach Tanger-Med dauerte gut 2 Tage, das hängt vom Wetter und so allerlei Unwägbarkeiten ab. Die Durchquerung des Golfs von Lyon war schaukelig, aber auch auf der Strecke zwischen Barcelona und Tanger war das Meer immer ein wenig unruhig. Ich komme damit gut zurecht, aber viel mehr Wackelei hätte es nicht sein dürfen.


In Tanger kamen wir am frühen Abend an. Wir standen dann erst einmal eine gute Stunde bei der üblichen Zollstation herum, bis endlich die Ansage kam: zurück, runter zu den "Transporteuren". Da standen in einem umzäunten Gelände all die Fahrzeuge, die wir immer auf dem Schiff sehen - voll bepackt bis hoch hinauf. Ich war ziemlich ratlos, denn niemand konnte uns sagen, wie das da funktioniert. Ich stürzte mich also ins Gewühl: lauter marokkanische Männer - müde, bärtige, abgekämpfte Gestalten - jeder damit beschäftigt, seine Ladung durch den Zoll  zu bringen. Nachdem ich einen ersten Versuch die Zöllner anzusprechen aufgeben mußte, hatte ich wirklich keine Idee, wie das weitergehen könnte. Da sprach mich einer dieser bärtigen, müden, abgekämpften Männer an: Sprechen Sie Deutsch? Von diesem Moment an ging alles wunderbar voran. Der Mann war ein Transporteur, der Waren zwischen Deutschland und Marokko liefert. Er lief für uns rastlos von Pontius zu Pilatus. Um 4 Uhr morgens hatte er es geschafft, wir waren durch den Zoll - mit viel weniger Kosten als wir befürchtet hatten und auch ohne unseren Hänger auspacken zu müssen. Eine Durchsicht unserer Packliste hatte genügt. Zu allem Überfluss wollte der Mann dann auch kein Geld von uns - die Schokolade für seine Kinder hat ihn mehr gefreut. Bilder konnte ich in dieser Zollstation nicht machen - das hätte wohl Ärger gegeben. Insgesamt habe ich mich als einzige Frau dort aber nie unwohl oder gar bedroht gefühlt!


Am nächsten Tag fuhren wir nach Mohammedia zum neuen IKEA, kauften noch einige Bücherschränke, die wir unter nicht unerheblichem Krafteinsatz sowohl im Hänger als auch im Wohnmobil  verstauten und machten uns auf in den Süden.

der Schatten unseres Camper-Trucks zieht übers Land





Über den hohen Atlas, vorbei an Agadir und wiederum über die Ausläufer des Antiatlas kamen wir - endlich - nach Sidi Ifni. Davon erzähle ich dann ein andermal ....

Sonntag, 27. November 2016

on the road again


Der November zeigt sich in München von seiner trüben Seite - umso mehr freue ich mich, dass wir in wenigen Tagen wieder auf Achse sein werden. Unser Wohnmobil ist geputzt, gepackt und absolut startklar. Diesmal haben aber mit einen Anhänger hinten dran, in dem wir viele Möbel, reichlich Werkzeug, Bücher, Geschirr, Kleidung usw. transportieren, die für unser neues Haus in Sidi Ifni bestimmt sind.

Gesamtlänge des Zuges: 17 Meter




Das Haus ist zwar sehr hübsch und gemütlich, wir wollen es aber doch noch hübscher und gemütlicher machen.
Übrigens - auf diesen Blick von der Terrasse freue ich mich schon sehr!


















Wir fahren diesesmal von Genua aus nach Tanger-Med. Um diese Jahreszeit ist das Meer manchmal recht bewegt - ich hoffe, dass unsere Fuhre nicht allzusehr durchgerüttelt wird.

im Hafen von Genua
Ein guter Teil des Abenteuers wird diesmal der Grenzübertritt in Marokko sein. Ich habe über mehrere Monate versucht, das marokkanische Konsulat für mich zu interessieren, leider ohne jedes Echo. Natürlich wollten wir die erforderlichen Papiere für die Verzollung bereit haben, aber leider, leider - weder per Email noch per Fax konnte ich den Herrschaften ein Lebenszeichen entlocken. So werden wir also frohgemut in Tanger aufschlagen und auf das Motto eines deutschen Freundes in Marokko vertrauen: In Marokko ist alles möglich, nur nichts schnell. Und Zeit haben wir ja!

Ich werde in diesem Winter wohl mehr über das Abenteuer einer Hausrenovierung mit marokkanischen Handwerkern berichten - aber sicher auch ein wenig über Land und Leute. Bis bald!

Montag, 30. Mai 2016

Von Tanger an die Isar

Es ist so schnell gegangen. Die Fähre nach Europa hat mich in den Alltag zurückgeschleudert - ich habe gar keine Muße gefunden, über meine letzten Tage in Tanger und die Heimreise  zu berichten. Jetzt - nachdem ich endlich die Wäscheberge abgetragen und meine Steuererklärung abgegeben habe - will ich das gerne nachholen.




verblichener Glanz
Wir hatten diesmal wirklich Glück mit dem Wetter. Im April kann es in Tanger auch ausdauernd regnen - uns schien die Sonne und da macht natürlich ein Stadtbummel viel mehr Vergnügen. Ich musste natürlich in die Medina, an den Hafen  - eben mitten hinein in  den Trubel dieser Stadt.











ein lebensfroher Händler in der Medina





















Diese großen Wandgemälde kannte ich lange nur aus Asilah, wo
es einen richtigen offiziellen Wetttbewerb gibt. Wie ich gerade gelesen habe, wird diese Art der Straßenkunst jetzt auch in anderen Städten Marokkos gefördert. Hier ist der große Reisende Ibn Battuta abgebildet. Er stammt aus Tanger und ist  im 14. Jahrhundert - sozusagen als der Marco Polo der arabischen Welt - angeblich 120.000 km durch Nordafrika und Asien gewandert. Auch von ihm gibt es ein Buch - die "Rihla" (Wanderung).


Es fällt mir jedes Jahr schwer, aus Marokko wegzugehen, mich in diesen Schiffsbauch zu begeben, der mich nach Europa bringt. Dieses Jahr war es ein wenig leichter, weil ich ja jetzt mein Häuschen in Sidi Ifni habe ...



Bei unserem Zwischenstop in Barcelona passierte unsere Fähre einige dieser Monster-Kreuzfahrtschiffe. Dies ist eine Art des Urlaubs - Reisen würde ich das nicht nennen - die mir ganz und gar fremd ist. Aber es wird immer beliebter!



Auch der Morgen in Genua empfing uns diesmal mit leuchtendem Sonnenschein - aber für diese Stadt kann ich mich leider nicht erwärmen, der Hafenbereich ist ein einziges städtebauliches Disaster.
 
 


 
 




In München hatten wir gleich Besuch von unserem marokkanischen Hundefreund Willi, der - wenn man es genau nimmt - Schuld daran hat, dass wir uns in Sidi Ifni sesshaft gemacht haben. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander mal erzählt werden....


Ein langer Spaziergang mit Willi führte mich an die Isar, da wo München ganz besonders schön ist. Eine Weile werde ich hier bleiben und hoffen, dass es auch hier Sommer wird!


Montag, 11. Januar 2016

Slow down

                        Im ersten Morgenlicht fuhren wir los nach Marokko – gerade noch rechtzeitig vor der ersten Kältewelle im Dezember.



In Séte in Südfrankreich war es wärmer, das Licht strahlender und das Essen wunderbar – vor der Einschiffung speiste ich wunderfeine Jakobsmuscheln!




                                       
Auf der Fähre nach Tanger fuhren diesmal viele marokkanische Familien mit – die französischen Weihnachtsferien erlaubten es ihnen zu Mohammeds Geburtstag nach Hause zu fahren – der diesmal auf den 24.12. fiel!





Auf dem Weg in den tiefen Süden sah ich wieder friedliche Dörfer und grüne Felder in den weiten präsaharischen Ebenen.











Ohne Verzug fuhren wir nach Sidi Ifni – auf der Suche nach der Langsamkeit. Und so vergingen Weihnachten, Neujahr, und ein Tag nach dem anderen …..






Strandspaziergänge ........ Vormittage bei frischem Orangensaft in meinem „Stammcafé“.........  Minztee im schicksten Dorfcafé von Mesti ……


Sidi Ifni bei Nacht vom neu erworbenen Wintergarten eines Freundes und Probe-Sitzen auf meiner Lieblings-Dachterrasse ….. so wird das wohl noch eine Weile weitergehen. 




Nächste Woche wollen wir wenigsten einmal ins Nachbarstädtchen (Tiznit) fahren. Welch ein Abenteuer!








PS: Ich hatte einige Probleme mit Google+, darum konnte ich so lange nichts schreiben .... bald gibt es mehr!

Freitag, 24. April 2015

Von Tanger nach Genua


Ich bin ganz schön hinten dran mit meinem Marokko-Reisebericht. Schon an Ostern bin ich nach Bayern zurückgekommen - aber die Erkrankung meiner Mutter hat all meine Zeitpläne geschreddert. Jetzt ist sie in einem guten Pflegeheim ganz in meiner Nähe untergebracht und ich kann wieder Luft holen.
Nun zurück nach Tanger: nach den leider so verregneten Tagen in Fes - nur erfreulich, weil uns ganz liebe Freunde aus Bayern besucht haben - genossen wir in Tanger nochmals das strahlende Licht des Südens.

Für uns war es ganz einfach auf ein Schiff nach Europa zu steigen - ein deutscher Pass und gute Euros machen es möglich. Ich habe in den Straßen von Fes und Tanger immer wieder Menschen gesehen, die gerne mit uns getauscht hätten.



Nun denn, im letzten Licht des Tages fuhren wir an Bord einer großen Fähre und schlummerten schon in unserer "Suite", als das Schiff Tanger-Med verließ. Der erste Tag an Bord glich einer Kreuzfahrt - Sonne, ein Plausch mit Freunden, Pasta und Vino ...


Morgens dann fuhren wir noch vor Sonnenaufgang in den Hafen von Barcelona - Kräne, Kreuzfahrtschiffe und tief hängende Wolken - der Tag fing nicht gut an.


Als wir nach einigen Stunden aus dem Hafen hinausfuhren waren erste Schaumkronen zu sehen. 


Die Durchquerung des Golfs von Lyon - einem der windreichsten Gewässer der Welt - war dann ein Ritt auf stürmischen Wellen. Bis hinauf zum 7. Deck schlug die Gischt an die Bullaugen. Nur in der Waagerechten war das zu ertragen - das Abendessen war gecancelt! Erst nach Mitternacht beruhigte sich das Meer.
Als wir am frühen Morgen in Genua einliefen, begrüßte uns ein herrliches Morgenrot.
Die Einreise war wieder schnell und problemlos - dem richtigen Pass sei Dank!


Genua ist leider im Hafenbereich eine Bau- und Betonwüste - ich wäre am liebsten gleich wieder umgedreht und in die echte Wüste zurückgefahren.


Nach einem sonnigen Mittagsstop in Höhe des Gardasees verfinsterte sich der Himmel zusehends. Am Brenner empfingen uns dann Frau Holle und ihre eisigen Windstöchter. 

Home again!!!





Freitag, 28. November 2014

Wieder unterwegs

Zuhause – in München – erscheinen mir zwei Wochen meist wie ein Wimpernschlag, gerade begonnen, schon vorbei!
Jetzt bin in gerade vor zwei Wochen losgefahren und es erscheint mir, als wäre ich schon lange, lange unterwegs.


Die gemütliche Anreise durch das spätherbstliche Südfrankreich, meine Seereise von Sète nach Tanger-Med, die erste Übernachtung am Atlantik in Moulay Bousselham ….. 
das hat wieder den Rhythmus vorgegeben, in dem ich die nächsten Monate verbringen will. Alles mit Ruhe – mit Zeit zum Schauen und Genießen.

Für 3 oder 4 Nächte wollten wir in Essaouira halt machen. Erst war ich ein wenig traurig, weil der Campingplatz für ein Bauvorhaben recht unschön verstümmelt worden ist. Dann aber sah ich die Katzenschar – wie immer vom Personal des Platzes geliebt und gefüttert und von manchen Touristen verabscheut – und fühlte mich unter den windschiefen Platanen gleich wieder daheim.



Im Hafen der Stadt – quirrlig und wunderbar für die Fotojägerin – sah ich, wie schwere Holzboote mit bloßer Männerkraft aus dem Hafenbecken gezogen wurden.


Einige japanische Touristen hatten Glück, dass sie dabei nicht „unter die Räder“ kamen.  Es stellte sich heraus, dass dies die Vorbereitung auf das Herannahen des zweiten großen Sturmtiefs dieser Woche war.



 Nachdem im Süden Marokkos über 40 Menschen durch die Regenfluten ums Leben gekommen waren und viele Straßen und Brücken zerstört worden waren, wappnete sich das Land gegen die zweite Welle. Dabei hatte man noch vor kurzem im Freitagsgebet in allen Moscheen des Landes um Regen gebetet. Das Wünschen hat geholfen!


Wir jedenfalls haben beschlossen, auf dem ziemlich sicheren Campingplatz von Essaouira das Unwetter abzuwarten und erst in einigen Tagen weiter Richtung Süden zu fahren. In einer Regen- und Windpause heute Mittag waren wir im Städtchen, haben die Brandung am Hafen bestaunt, den Gläubigen vor der überfüllten Moschee beim Beten zugesehen





und dabei ein wunderbares Crêpe mit Honig gegessen. Jetzt tost der Sturm ums Wohnmobil und ich fühle mich so wohl wie in Abrahams Schoß.

Montag, 2. Juni 2014

long way home ...

die Hitze des Sommers hatte uns in Fes erreicht ... 38 Grad im Schatten, das war doch sehr anstrengend. Wir sind an die Küste westlich von Tanger gefahren, da ist es fast immer gut 10 Grad kühler. An den Wochenenden ist auch hier der Strand schon sehr belebt, die Stadt wird immer moderner. 



Tanger will sich vor dem zukünftigen Kreuzfahrtterminal proper darstellen - aber in den Gassen über dem Hafen begegnet man - neben Bauersfrauen, Gemüsehändlern, Businesspeoples und Touristen auch Entwurzelten, Kiffern und Gaunern und all den Europasüchtigen, die unbeding auf ein Boot in den Norden kommen wollen.
Wir sind spätabends - nach umständlichen Grenzprozeduren - im neuen Hafen TangerMed auf die italienische Fähre gegangen.
Im Laufe der Nacht fuhren wir durch kabbeliges Wasser an der Küste Andalusiens entlang. Einen ganzen Tag und eine Nacht brauchte unser Schiff dann bis Barcelona - Container-Schiffe und Kreuzfahrschiffe prägten das Bild des Hafens.



Noch eine Nacht auf dem Wasser - morgens liefen wir dann in Genua ein - auch hier ist die schöne Altstadt vom Hafenbecken aus kaum zu ahnen,


Glaspaläste, viele Brückenbauten und verschlungene Zufahrten zur Autobahn sind eine ziemlich drastische Einstimmung auf das alte Europa.


Die Fahrt quer durch die Poebene ist ziemlich fad, schön wird die Strecke erst wieder am Fuß der Alpen. Die Alpenüberquerung ist - auch wenn die Brennerautobahn einen herben Kontrast zur Landschaft darstellt - von wirklich überwältigender Schönheit - man muss halt immer wieder neu hinschauen. 


Gerade im Kontrast zu den kargen Gebirgen Südmarokkos leuchten jetzt im Frühjahr die von schneebedeckten Gipfeln  gekrönten  grünen Hänge Tirols wie ein Versprechen auf das Paradies - so zumindest scheinen es die Muslime Marokkos zu sehen, denn man findet sehr oft Bilder dieser Landschaft in Lokalen und Wohnungen.


Kaum waren wir auf deutschen Autobahnen unterwegs wurde es stressig und ein wütend gezeigter Stinkefinger eines Automobilisten machte uns klar, dass es mit dem entspannten Fahren eine Weile vorbei war.
Aber das Wetter war uns wohlgesonnen, die marokkanische Hitzewelle hatte uns einen kleinen Ausläufer hinterhergeschickt. Und der Empfang durch so einige liebe Menschen machte es uns doch leichter, uns wieder in unserer bayrischen Heimat zurecht zu finden.


Jetzt wird das Wohnmobil erst einmal einige Wochen Pause haben, aber Pläne haben wir natürlich schon ....