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Montag, 7. Januar 2019

Tighmert - revisited

Sidi Ifni ist eine Küstenstadt, ganz dem Atlantik zugewandt und klimatisch sehr unterschiedlich zum Landesinneren.


















 Schon nach wenigen Kilometern auf der Straße nach Guelmim wird die Luft trockener, tagsüber ist die Luft wärmer und nachts zur Zeit ziemlich kühl.





Nach Guelmim fahre ich nicht sehr oft; meist nur weil wir im großen Supermarkt etwas spezielles kaufen wollen - diesmal war es ein neuer Heiz-Apparat. Der alte hatte sich ausgerechnet im Januar verabschiedet.








Wenn man aber schon mal in dieser Stadt angelangt ist lohnt es sich, noch ein paar Kilometer weiter nach Osten zu fahren und einen Spaziergang in der Oase Tighmert zu machen. Wir waren hier früher immer wieder mit dem Wohnmobil.





Für meine Sammlung von Fotos blauer Türen war ich hier wieder fündig.













Ich hatte diesmal den Eindruck, dass die Oase teilweise neu belebt wird, denn es wurden Häuser repariert und auch neu gebaut. Aber die Landwirtschaft wird immer mehr aufgegeben, viele alte Gemäuer zerfallen. Man kann sehr schön die Baustruktur der Lehmbauten sehen.






Willi müßte sich hier eigentlich zu Hause fühlen, aber irgendwie war das heute nicht seins!








Wer genaueres über diese ungemein friedliche Oase wissen möchte kann dies hier nachlesen: Doreen und Sven haben viele Infos gesammelt.




















In der Stadt haben wir dann noch einen ehemaligen Oasenbewohner getroffen - er schaute ein wenig verwirrt drein - was ich gut verstehen kann, denn Guelmim ist im Vergleich zu Tighmert eine hektische Großstadt.








 Wir sind abends gerne nach Ifni zurückgefahren. Als kleinen Abschiedsgruß bekamen wir auf dem Heimweg noch ein "Knöllchen" von der Polizei - dabei wollten wir doch nur schnell nach Hause!

Donnerstag, 20. Februar 2014

Unter Palmen


 Den ganzen Januar war das Rauschen und Donnern der Brandung des Atlantiks das Hintergrundgeräusch meiner Tage und Nächte. 80 bis 100 % Luftfeuchtigkeit und fast immer ein feuchter Dunstschleier ließ die Küste verschleiert erscheinen.
Und jetzt dies: am Rand der dunkelbraunen Berge des Antiatlas beginnt die Ebene des Draa-Tals. Steinwüste, vereinzelte Akazienbäume und eine lange schmale Straße – der Weg nach Icht führte mich in die Randbereiche der Sahara.
Icht ist ein richtiges Kaff – aber genau das was ich suche.  Vor der Kulisse der Berge gibt es 2 Moscheen, einen Palmenhain, Häuser für ca. 500 Bewohner und 2 Campingplätze. Wir haben uns den kleineren, intimeren ausgesucht.
 
 
Er ist für maximal 15 Wohnmobile ausgelegt, bietet Wasser, Strom und Palmen. Zum Inventar gehören 1 alter Hund, 1 junge Katze, 1 Hahn und 3 Hühner.
 
 Zum Einkaufen fährt man am besten in den nächsten Ort – Foum el Hism.  Das ist eine Mischung aus Militärstützpunkt und Oasendorf. Es gibt aber Cola light, pralle Tomaten, frisches Baguette und überdies ein großes Lyceum für die jungen Bani-Leute. Das ist der Berberstamm, der hier im Süden lebt. Übrigens radeln auch hier viele Mädels zur Schule!
Nach zwei wunderbaren Sommertagen brach ein Sandsturm über uns herein, der 3 Tage lang unser Wohnmobil schüttelte, so daß ich im Bett fast seekrank wurde.
Es hörte sich wie Regen an, wenn der Sand aufs Dach prasselte. Aber ich war trotzdem nicht unglücklich – in meinem früheren Leben war ich wahrscheinlich eine Palme.
 
Als ich wieder ruhig war setzen wir uns auf unseren Roller und fuhren in ein wunderbares Tal, an dessen Beginn die Oase Ait Herbil liegt – und wie so oft wars herrlich. Bei einem Stopp in einem Straßencafe machten uns Gäste sofort einen Tisch frei, die Musik war gut und der Kaffee ausgezeichnet.
Nach ungefähr 15 km hörte die Teerstraße auf und ging in ein Geröllfeld über – das mag mein Rücken nicht, aber eine Weile in der Stille und Weite der Landschaft zu sitzen war wunderbar.
 
 
Auf dem Rückweg sahen wir wie von den Bergen auf allen Wegen die jungen Leute auf dem Weg zur Schule waren.  Wieder waren es besonders die Mädels, die mit vor Vergnügen blitzenden Augen grüßten.
Morgen fahre ich Richtung Agadir – weil ich nächste Woche für ein paar Tage nach Deutschland fliege. Ich kann es mir noch gar nicht vorstellen!