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Freitag, 22. April 2016

Handwerker

Fes ist die Kulturhauptstadt Marokkos. Mehr als 1000 Jahre lehrt man dort Religion und die damit verbundene Kultur. Auch heute hat Fes eine große Universität. 




In der Stadt ist die Geschichte so gegenwärtig, dass man in vielen Straßen ganz leicht weit in die Vergangenheit eintauchen kann.

Rechts sieht man ein Detail
der gerade restaurierten fantastischen Fassade des Grabmals des Stadtgründers Moulay Idriss II.





Wandert man durch die Gassen der Stadt - immer ein wenig abseits der touristischen Brennpunkte - hört man Hämmer klopfen, Webstühle klappern, Stimmen murmeln. Schaut man dann nach, sieht man hinein in dunkle Räume, in kleine Höfe mit Werkstätten voller fleißiger Handwerker, die all die Schätze produzieren, die man in den unzähligen Läden dann kaufen könnte.


In einem dunklem Raum sah ich einen Mann, der den Ofen eines Hamams befeuerte. Wie all die anderen Arbeiter, die ich natürlich gefragt habe, gab er mir freundlich seine Erlaubnis ihn zu fotografieren.

 






In Sefrou - einer Kleinstadt südlich von Fes - habe ich Handwerker gefunden, die nicht Kunsthandwerk produzieren sondern von uns völlig vergessene Gebrauchsgegenstände - in dieser Schmiede werden Pflugscharen hergestellt.







 ...und dieser freundliche Herr produziert Holzschalen aus Aprikosen- und Nussbaum-Holz. Letztes Jahr fanden wir ihn zufällig in Sefrou. In diesem Jahr haben wir für uns und liebe Freunde reichlich bei ihm eingekauft. Er setzte sich bereitwillig in "Arbeitsposition". Es ist wirklich wunderbar, dass neben all dem chinesischen Plunder noch wirkliche Handwerkskunst zu finden ist.

 

Mittwoch, 25. März 2015

SEFROU

In den letzten Tagen hatten wir hier in Fes Besuch von lieben Freunden aus Deutschland. Wie es manchmal so ist – man macht Pläne – und dann macht der Wettergott einen Strich durch die Rechnung. Nun ja, wir haben jede Sonnenlücke genutzt – und außerdem haben wir uns ein Auto gemietet, damit wir unseren Freunden auch die schöne Umgebung von Fes zeigen konnten.

Volubilis















Auf unseren Rund- und Irrfahrten um Fes herum hat uns der Zufall an einen Ort geführt, der gar nicht auf unserer Liste stand.

Sefrou liegt auf rund 800 m über Meereshöhe in den nördlichen Ausläufern des Mittleren Atlas und soll noch älter als die benachbarte Stadt Fes sein. Sefrou war lange Zeit einerseits ein Berber-Zentrum mit einigen Sufi-Bruderschaften, andererseits lebte hier bis vor etwa 60 Jahren eine große jüdische Gemeinde. Die Juden sind fortgezogen – die Berber sind noch da.

Sefrou



Die Medina von Sefrou ist von einer Stadtmauer umschlossen. Beim nördlichen Tor haben wir einen Handwerker gefunden, der sehr schönen Holzarbeiten macht. Wir haben ihm Schalen aus Aprikosenholz abgekauft und er hat sehr gekonnt fürs Foto posiert!


Hinter dem Tor begann eine Marktstraße, die sich teils am Fluss (dem Oued Aggai), teils eng durch die Häuserwände schlängelte. Obst, Gemüse, Hühner, Fleisch und Kleidung aller Arten gab’s, dazwischen Elektroartikel, Friseure, Süßwaren und Schmalzkringel – und am Ende ein einfaches Café, in dem wir sehr guten Tee bekamen.
Das schönste an diesem Spaziergang aber war, dass wir – vielleicht wegen des Regenschirmwetters – wirklich die einzigen Touris waren. Wir wurden genauso neugierig beäugt, wie wir das wohl tun. Niemand hat uns bedrängt – aber ein paar Mal wurden wir ausdrücklich willkommen geheißen.

Für unsere Freunde war dies eine sehr angenehme Erfahrung, da sie in Fes mit einigen Vorfällen konfrontiert worden waren, die nicht gerade „vertrauensbildende Maßnahmen“ sind (eine Schlägerei zwischen Parkwächtern, grob schimpfende Guides und unfreundliche Wirte, bei denen sie nicht einkehren wollten). Sefrou zeigte ihnen das freundliche Marokko, das Marokko das uns vertraut ist und das uns so für dieses Land begeistert hat.

Vielleicht ist es mir ja vergönnt, einmal Ende Juni am großen Kirschenfest von Sefrou teilzunehmen. So entstehen neue Träume ….