Freitag, 13. März 2015
Oukaïmeden
Labels:
"Hoher Atlas",
Marokko,
Oukaimeden,
Skifahren
Mittwoch, 4. März 2015
Wandertag
Die Berge um Tafraoute im Antiatlas sind von ungewöhnlicher
Form und Schönheit. Riesige rötliche Granitmonolithen werden oft von Wackelsteinen
gekrönt. Die Hänge über der mit 1000 Meter über Meereshöhe recht hoch gelegenen
Palmenoase sind meist sehr zerklüftet – besonders dekorativ erscheinen die
sogenannten „Wollsacksteine“. Diese Granitbrocken sind mehr als 500 Millionen
Jahre alt. Sie entstanden durch die Hitze des Zusammenstoßes der Urkontinente
Gondwana und Laurussia – dabei formte
sich die afrikanische Platte.
Auf dem Campingplatz Tazka – auf dem ich einige Wochen mein
Zuhause hatte – ging es wesentlich friedlicher zu. In „meiner Ecke“ wohnten
Schweizer, Holländer und wir Bayern. Die große Mehrheit der Camper bildeten –
wie das in Marokko so üblich ist – die Franzosen. Unter normalen Leuten ist der
europäische Frieden leicht zu erreichen. Freundliches Grüßen und Lächeln wirkt
Wunder – so war es auch bei uns.
Ich hatte nun das Vergnügen, von einem wanderfreudigen Paar –
Brigitte und Gil – auf eine Wanderung auf einen Bergzug nahe des Campingplatzes
mitgenommen zu werden. Mit von der Partie waren einige sehr rüstige
französische Camper und meine ins Französische verheiratete deutsche Nachbarin
Hannelore.
Auf meine vorsichtige Nachfrage, wie schwierig denn diese Tour
würde, sagte Gil lachend: „da kann ein kleiner Hund mitgehen“. Im Nachhinein
bewundere ich diesen kleinen Hund sehr. Flotten Schrittes marschieren wir auf
den Berg zu. Dann ging‘s hinauf über steinübersäte Hänge, Felsplatten, durch
Engstellen und oft nahe am Abgrund. Ich bin ja keine Bergsteigerin – ich musste
mich schon ganz schön überwinden. Aber dies wurde mir auch durch die
ungemein freundliche Art der „Anführer“ aber auch der anderen Mitwanderer
leichter gemacht.
| so hält man die Welt im Gleichgewicht! |
Ziel der Wanderung war eine Felsplatte, die wie ein
Sprungbrett 400 m über dem Tal ins Freie ragte.
Die letzten Meter zu dieser „Passerelle“ bin ich dann doch
nicht mehr mitgegangen. Meine müden Beine und auch mein Hasenherz haben das
nicht mehr zugelassen. Ich habe mir aber von oben die herrliche Aussicht übers
Tal von Tafraoute gegönnt und fleißig fotografiert.
Im Städtchen lud uns Gil noch zu einem frischgepreßten
O-Saft ein – für den letzen Kilometer zum Campingplatz waren damit die
Batterien wieder gefüllt.
Den Wanderführern Brigitte und Gil, die auch sonst sehr liebenswürdig waren, habe
ich natürlich meinen warmen Dank für diese Führung ausgedrückt – jetzt reicht’s
aber wieder ein Weile mit der Kletterei!
Übrigens. einige Bilder wurden mir von den Mitwanderern überlassen. Auch die Genehmigung ihr Konterfei ins Netz zu stellen, haben sie mir gerne gegeben!
Labels:
Antiatlas,
Granit,
Marokko,
Tafraoute,
Wackelsteine,
Wanderung,
Wollsacksteine
Sonntag, 22. Februar 2015
Frühling ist's!
Seitdem ich den Winter weitestgehend in Marokko verbringe,
hat sich mein Jahreszeiten-Erleben nach und nach verändert.
![]() |
| Stierkopf-Ampfer |
Den Winter erlebe ich nur noch in kurzen Abschnitten – ein wenig
November, eine kurze Eiszeit im Januar oder Februar. Mein Winter-Kleiderschrank
sieht sehr nach „Neunziger Jahre“ aus. Ich trage ja jeden Pullover nur noch
einmal in drei Jahr.
![]() |
| Kleiner Sonnenröschen-Bäuling |
Der Frühling aber ist nun der längste Teil meines
Jahres. Er beginnt meist Ende Januar. Wenn ich aus dem Süden Marokkos langsam
nach Norden ziehe – über den Hohen Atlas, das Gebiet um Fes und dann bei Tanger
und schließlich in Norditalien – dann begleiten mich die Baumblüte, die Blütenbüschel
am Wegesrand bis in den April nach Bayern.
Und da geht’s dann auch richtig los.
Dieser Tage habe ich in den Bergen über dem Ammelntal – im
Zentrum des Antiatlas – nach einer ungewöhnlich kühlen Vorfrühlingszeit – erleben können,
wie die Blumen an den Hängen zwischen den Felsen geradezu explosionsartig
hervordrängen.
Je nach Höhenlage ist auch die Mandelblüte entweder schon
vorbei oder noch im Anzug. Im klaren Licht dieser Landschaft strahlen die Bäume
unwirklich schön. So kann es weitergehen .....
Labels:
Antiatlas,
Blüten,
Frühling,
Mandelblüte,
Marokko
Samstag, 14. Februar 2015
Mein Freund Willi
Ich habe einen guten Freund namens Willi. Willi ist ein marokkanischer Hund, ca. 3 Jahre alt und ein prächtiger Kerl. Er ist als junger Hund über einige Stationen bei einem Deutschen gelandet, der in Ifni ein Haus hat.
Er kümmert sich um ihn und liebt ihn, so wie man eben einen guten Hund
liebt.
Ich habe schon viele Spaziergänge mit Willi gemacht – er ist
voller Lebensfreude und seinen Freunden treu ergeben.


Nun ist leider etwas geschehen, was wir alle immer schon
befürchtet haben. Er hat – und das ist mit anderen Hunden hier auch schon geschehen
– einen Giftköder gefressen. Was darauf folgte war eine grausliche Nacht mit
Krampfanfällen, Zittern, Keuchen – eine Nacht am Rande des Todes.
Wie durch ein Wunder war Willi am nächsten Tag noch am Leben. Er erholt sich seitdem sehr gut – aber er ist noch nicht der Alte.
Montag, 2. Februar 2015
Kinder
meine Freundin Astrid Demuth aus Überherrn im Saarland
kümmert sich seit vielen Jahren in Agadir im Kinder, die keine Eltern haben.
Das sind Straßenkinder, Waisenkinder, Findelkinder ... Als Babies kommen sie in
ein spezielles Kinderheim auf dem Gelände des öffentlichen Krankenhauses Hassan
II. Dieses Waisenhaus hat sich in den letzten 15 Jahren von einem erbärmlichen
Loch zu einem recht akzeptablen Heim für diese armen Wesen entwickelt. Daran
haben Astrid und ihr Mann Walter nicht unwesentlichen Anteil gehabt.
Mittlerweile kümmert sich der Lions Club von Agadir um das Heim und es gibt
eine ganze Reihe von Sponsoren. Seit
wenigen Jahren gibt es nun auch eine Anschluss-Unterbringung für Kinder ab 6
Jahren, denn leider findet man nicht für alle Kinder Pflegestellen. Dieses neue
staatliche Heim ist nach dem Vorbild der SOS-Kinderdörfer gestaltet, wenn auch
sehr viel bescheidener ausgestattet.
Für eine ganze Reihe der Jungs, die aus dem Waisenhaus
gekommen sind, organisiert Astrid den Besuch von Privatschulen, den nur diese
Schulen geben diesen Kindern wirklich eine Chance. Bezahlt werden muss aber
auch Kleidung, Medizin, Fahrgeld ....
Eine leider nicht sehr große Anzahl von Paten aus
Deutschland spenden regelmäßig Geld,
bringen Kleider nach Marokko - aber auch alte Mobiltelefone, Laptops etc., die
dann in Geld und dann wieder in Essen umgewandelt werden.
Einer von Astrids Schützlingen ist taub, geht jetzt in eine
entsprechende Schule und blüht seitdem richtig auf. Astrid und Walter haben dann festgestellt,
dass in dieser Schule auch andere arme Kinder sind, die dringlich ein Hörgerät
brauchen, es aber nicht bezahlen können. Das wurde dann in Deutschland
organisiert:
Ich habe seit gut 10 Jahren ein Patenmädchen, dass schwer
gehbehindert ist. Ilham ist jetzt 21 Jahre alt, hat ein sonniges Gemüt, arbeitet
sehr gerne im Kinderheim und lebt in einer kleinen Kammer. Da abzusehen ist,
dass sie über kurz oder lang Rollstuhlfahrerin werden wird, muss für ihre
Zukunft gesorgt werden, wenn nicht alle bisherigen Anstrengungen umsonst
gewesen sein sollen.
In Marokko gibt es seit einigen Jahren ein
Sozialwohnungs-Bauprogramm. Ilham soll
so eine kleine Wohnung kaufen können. Das kostet wahrscheinlich ungefähr 25.000
Euro. Die notwendige Anzahlung haben wir über die Jahre angespart, die
langfristige Abzahlung kann durch die Untervermietung des zweiten Zimmers
gewährleistet werden. Jetzt kratzen wir eben unsere Geldtöpfe leer. Dank
Astrids Aktivitäten (Besuch aller beteiligten Behörden) sieht es nun
hoffungsvoll aus.
Dies ist nur eines der Dutzenden von Kinderschicksalen, um
die sich Astrid kümmert - ich hätte die Kraft und die Nerven nicht. Sie und ihr Mann aber werden von diesen Kindern sehr geliebt.
In Marokko gibt es seit einigen Jahren ein
Sozialwohnungs-Bauprogramm. Ilham soll
so eine kleine Wohnung kaufen können. Das kostet wahrscheinlich ungefähr 25.000
Euro. Die notwendige Anzahlung haben wir über die Jahre angespart, die
langfristige Abzahlung kann durch die Untervermietung des zweiten Zimmers
gewährleistet werden. Jetzt kratzen wir eben unsere Geldtöpfe leer. Dank
Astrids Aktivitäten (Besuch aller beteiligten Behörden) sieht es nun
hoffungsvoll aus.Dies ist nur eines der Dutzenden von Kinderschicksalen, um die sich Astrid kümmert - ich hätte die Kraft und die Nerven nicht. Sie und ihr Mann aber werden von diesen Kindern sehr geliebt.
Abonnieren
Posts (Atom)















